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Der TARGOBANK Mitarbeiterverein Wundertaler sammelt Cents für den guten Zweck. In der aktuellen Spendenrunde konnten sich 20 gemeinnützige Vereine über finanzielle Unterstützung freuen. Bereits zum dritten Mal war Lichtbrücke e.V. als Spendenempfänger dabei und erhielt 2.000 Euro für die Thomas-Abend-Schule in Bangladesch. Die voilà-Redaktion hat mit Geschäftsführer Holger Trechow über das Projekt gesprochen.

Herr Trechow, wofür steht der Name des Vereins?

Der Name Lichtbrücke hat symbolischen Charakter. Die Lichtbrücke will Licht in das Dunkel der ärmsten Menschen bringen. Immer noch leben in Bangladesch über 23 Millionen Menschen in Armut. Wenn man in die ländlichen Regionen oder in die Slumgebiete fährt, wird einem klar, was das für die Menschen dort bedeutet. Die Lichtbrücke will diesen Menschen dabei helfen, sich aus dem Elend zu befreien und ein menschenwürdiges Leben aufzubauen. In aktuell mehr als 20 Hilfsprojekten setzen wir uns seit über 40 Jahren für eine bessere Zukunft der Notleidenden ein. Gleichzeitig spannt der Verein eine Brücke nach Deutschland und möchte hier das Bewusstsein dafür stärken, dass wir die ungerechte Verteilung der Güter dieser Welt nicht tatenlos hinnehmen dürfen.

Holger Trechow (hinten Mitte), Geschäftsführer, und Stefan Bepler (rechts neben Herrn Trechow), Leiter der Projektarbeit von Lichtbrücke e.V., bei ihrer Projektreise in Bangladesch im Februar 2020

Welchen Schwerpunkt setzt die Lichtbrücke bei ihren Projekten in Bangladesch?

Gesundheit, Bildung sowie Umwelt- und Klimaschutz sind die wichtigsten Themen für die Lichtbrücke, denn nur so können wir Armut nachhaltig bekämpfen und den Menschen in Bangladesch den Weg in eine bessere Zukunft ermöglichen. Wir möchten, dass die Menschen dort die Möglichkeit bekommen, aus eigener Motivation heraus wirtschaftlich aktiv zu werden – zum Beispiel eine eigene Ziegenzucht aufbauen oder eine Ausbildung machen. Neben der Grundbildung für die ganz Kleinen, gerade bei bildungsfernen Familien in ländlichen Gebieten, ist uns auch das Thema Ausbildung für Jugendliche ein wichtiges Anliegen. Außerdem unterhalten wir Gesundheitsstationen, die medizinische Hilfe für die Ärmsten der Armen bieten. Eines der von uns unterstützten Projekte stellt Wasserfilter für arsenverseuchte Brunnen her und hilft so bei der Versorgung mit sauberem Trinkwasser vor allem in ländlichen Gebieten.

Und wie werden die Projekte vor Ort umgesetzt?

Wir arbeiten in Bangladesch mit sieben Partnerorganisationen zusammen, die die Projekte vorbereiten und durchführen. Eine weitere Organisation übernimmt das Monitoring und unterstützt die Koordination vor Ort. Bei allen Projekten verfolgen wir einen integrierten Ansatz. Wenn wir beispielsweise Kleinkredite vergeben, damit sich Familien ein eigenes Geschäft aufbauen können, wird das durch Sozialarbeiter immer eng begleitet. Umfassende Aufklärung und Beratung machen unsere Projekte nachhaltig erfolgreich. Neben der Armutsbekämpfung helfen unsere Projekte auch dabei, die Rolle der Frauen in Bangladesch zu stärken. Denn sie bekommen mehr Anerkennung, weil auch sie zum Familieneinkommen beitragen können.

Die Spende von Wundertaler e.V. geht an die Thomas-Abend-Schule in Satkhira. Wie ist die Schule entstanden?

Thomas, ein junger Mann aus Engelskirchen, war als Schüler des Aggertal-Gymnasiums bereits für die Lichtbrücke e.V. aktiv und verkaufte auf dem Weihnachtsbasar unsere Kalender, um Spenden zu sammeln. Als er unheilbar erkrankte und wusste, dass er nicht mehr lange leben würde, nahm er mit dem Verein Kontakt auf. Er wollte in der ihm noch bleibenden Zeit etwas Gutes tun. Als er von den Kinderarbeitern in Satkhira erfuhr, die nicht zur Schule gehen können, weil sie tagsüber arbeiten müssen, um ihre Familien finanziell zu unterstützen, hatte er eine Idee: Er wollte keine Geschenke mehr zu Weihnachten, sondern wünschte sich Geld für eine Abendschule. So kam die Starthilfe für das neue Projekt zusammen. Thomas starb am Weihnachtsmorgen 1994.

Die Schüler der Thomas-Abend-Schule sind mit viel Freude und Motivation bei der Sache

Ohne die Thomas-Abend-Schule könnten die Kinderarbeiter in Satkhira keine schulische Grundausbildung erlangen. Und auch wenn es für sie anstrengend ist, nach der Arbeit noch zu lernen – sie sind mit viel Freude und Begeisterung bei der Sache und sehen darin eine Chance auf ein besseres Leben. Im Februar dieses Jahres war ich für fast vier Wochen auf einer Projektreise in Satkhira und habe die Schule besucht und ich muss sagen: Ich war begeistert. Lehrer und Schüler sind sehr motiviert und engagiert. Die Wundertaler-Spende ist dort wirklich in den besten Händen. Herzlichen Dank an alle Targobanker.

Herzlichen Dank für das Gespräch und die spannenden Einblicke in die Arbeit des Vereins!

Über Lichtbrücke e.V.

Die Lichtbrücke ist ein eingetragener Verein, der 1983 von Friedel Knipp und seiner Frau Mathilde von Lüninck Knipp in Engelskirchen gegründet wurde. Sie ist eine freie Organisation der Entwicklungszusammenarbeit und will menschliche Entrechtung umwandeln in eine menschenwürdige Entwicklung. Die Organisation hat ein christliches Fundament und arbeitet überkonfessionell und überparteilich mit allen Menschen guten Willens zusammen. Die Lichtbrücke ist als gemeinnützig anerkannt und gehört als Nichtregierungsorganisation zum Dachverband Venro. Als Zeichen des Vertrauens erhält die Lichtbrücke e.V. seit 2002 das DZI-Spenden-Siegel.

Lichtbrücke e.V. ist seit Kurzem auch auf Facebook aktiv: www.facebook.com/lichtbruecke

Schlagworte:
© Lichtbrücke e.V. (alle Bilder sind vor Corona entstanden)

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