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Weniger Bewegung, mehr Griffe in die Süßigkeitenschublade. Die letzten Monate hatten für viele Menschen auch einen Effekt auf der Waage. Was tun? Vor allem erst einmal: Nicht stressen. Im Interview gibt Gesundheitsmanager Berthold Iserloh weitere Tipps.

Herr Iserloh, erst einmal: Warum ist eine gesunde Ernährung gerade in Corona-Zeiten so wichtig?

Die meisten Wissenschaftler sind sich einig: Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung unterstützt das Immunsystem. Dabei ist das Zusammenspiel vieler Nährstoffe von Bedeutung. Viele Studien zeigen, dass eine ungesunde, unausgewogene und übermäßige Ernährung, die zu Übergewicht führt, die körpereigenen Abwehrkräfte schwächt. Letztlich heißt das auch für Covid-19: Eine ungesunde Lebensweise kann das Risiko, zu erkranken sowie einen schweren Verlauf der Krankheit zu durchleben, erhöhen.

O.K., das ist wichtig zu wissen. Wenn man sich umhört, fällt es vor allem in der jetzigen Zeit vielen schwer, sich ausgewogen zu ernähren – warum ist das so?

Das liegt an der immer noch andauernden Ausnahmesituation, die mehr Frust und Unsicherheit mit sich bringt und gleichzeitig viele sonst üblichen Bewältigungsstrategien unmöglich macht. Das heißt: Während Menschen bei Stress sonst auf soziale Aktivitäten oder Sport in der Gemeinschaft zurückgreifen können, bleiben in Zeiten des Lockdowns für viele oft nur Snacks, Süßigkeiten oder andere Suchtmittel als Mittel gegen Frust, Sorgen und auch Langeweile. Wenn jeder Tag gleich scheint, versucht man eben, durch Essen für Abwechslung und Trost zu sorgen – und als Seelentröster empfindet man, so sind wir Menschen halt gestrickt, eher energiereiches Essen. In Kombination mit dem Bewegungsmangel im Lockdown können so schon ein paar ungewollte Corona-Kilos auf den Hüften landen.

Haben Sie denn Tipps, wie es trotz Ausnahmesituation mit einer gesunden Ernährung klappen kann?

Ja, klar, aber einen Aspekt möchte ich noch voranstellen: Wie immer beim Thema Gesundheit, ist aus meiner Sicht wichtig, sich nicht unter Druck zu setzen. Wir leben alle in einer Ausnahmesituation – und wenn wir am Ende mit zwei Kilo über Wunschgewicht daraus hervorgehen, ist das sicher nicht dramatisch. Trotzdem kann man natürlich einiges tun, um die eigenen guten Vorsätze von einer gesunden Lebensweise nicht unnötig zu torpedieren. Und da ist Planung ein wichtiger Punkt.

Das heißt, man sollte sich seine Speisekarte für die nächsten Tage bewusst zusammenstellen?

Ganz genau. Und das fängt beim Einkauf an. Hier sollte man bewusst und strukturiert vorgehen. Das heißt: Planen Sie das Essen der nächsten Tage, machen Sie sich einen Einkaufszettel und halten Sie sich daran. Gehen Sie vor allem nicht hungrig zum Einkauf. So fällt es leichter, einen Bogen um ungesunde Lebensmittel zu machen. Denn, ganz simpel: Was ich nicht im Haus habe, kann ich auch nicht essen.

Hilfreich ist auch, feste Zeiten festzulegen, zu denen Sie allein oder im Familienverbund essen. Wenn Sie es schaffen, zwischen den festen Essenszeiten Snacks und gezuckerte Getränke wegzulassen, sparen Sie natürlich Kalorien. Aber es passieren noch zwei weitere wichtige Dinge: Ihr Blutzuckerspiegel reguliert sich und zügelt den Appetit. Gleichzeitig tragen die Fastenmomente zwischen den Mahlzeiten zu einer gesteigerten Fettverbrennung bei und begünstigen wichtige Aufräum- und Erholungsreaktionen im Körper.

Verstanden. Ohne Planung und gesunde Routinen funktioniert eine gesunde Ernährung nicht. Was halten Sie denn von aktuellen Ernährungstrends? In der Bank startet ja zum Beispiel nächste Woche die „Veggie-Woche“ – hilft vegetarische Kost, gesund zu bleiben und die Kilos unter Kontrolle zu halten?

Für mich soll Essen in erster Linie schmecken, es soll Genuss bringen. Ich habe nicht den Anspruch, Trendsetter zu sein oder Trends hinterherzulaufen. Wenn die Buddha Bowl lecker ist, darf sie gerne auf meinen Esstisch. Was vegetarische Kost angeht: Es ist kein Geheimnis, dass eine Ernährung mit weniger Fleisch und mehr pflanzlichen Komponenten dem Körper guttut, da sie wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und vor allem Ballaststoffe enthält. Hinzu kommt, dass Fleisch, wie es heute mehrheitlich produziert wird, nämlich in der Massenproduktion, leider neben wertvollen Proteinen und Vitaminen auch viele gesundheitlich bedenkliche Stoffe beinhaltet. Dazu gehören etwa gesättigte Fettsäuren und Reste von Antibiotika. Deshalb versuche ich, meinen Fleischkonsum auf ein Minimum zu reduzieren und ansonsten Bioprodukte zu bevorzugen. Und ich finde, die „Veggie-Woche“ ist eine gute Gelegenheit, sich dem Thema einmal zu nähern und Anregungen zu bekommen – egal, ob man schon gerne vegetarisch isst oder nicht.

Wir sind gespannt – herzlichen Dank für das Gespräch!

 

Die Veggie-Woche

  • Die „Veggie-Woche“ findet von Montag, 14. Juni, bis Freitag, 18. Juni, statt.
  • Im Rahmen der Woche gibt es verschiedene Online-Angebote, wie Kochkurse oder Fachvorträge. Melden Sie sich jetzt schon dafür an.
  • Machen Sie zudem mit beim Veggie-Quiz und gewinnen Sie zum Beispiel eine Ernährungsberatung oder ein Kochbuch für Vegetarier oder Flexitarier.
  • Mehr Infos zur kompletten Agenda der Veggie-Woche finden Sie im Intranet.

 

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