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Tiofil Mekontso unterstützt seit vielen Jahren Kinder in seinem Heimatdorf Babadjou in Kamerun. Mit dem voilà-Team hat er darüber gesprochen, was ihn dazu bewegt.

„Mein soziales Engagement? Das ist nichts Besonderes“, sagt Tiofil Mekontso. Er ist in einem kleinen Dorf in Kamerun aufgewachsen. Die Menschen dort besitzen nicht viel, aber die Dorfgemeinschaft funktioniert gut. Es ist normal, das, was man hat, mit den anderen zu teilen. „Das hat mich geprägt, das ist ganz einfach ein Teil von mir“, sagt er. „Und jetzt, wo es mir so gut geht, ist es mir ein Anliegen, etwas zurückzugeben.“

Tiofil Mekontso ist im Dezember 2005 nach Deutschland gekommen um Statistik zu studieren, was in Kamerun für ihn nicht möglich gewesen wäre. Mit dem Zurückgeben angefangen hat er bereits, als er noch in Dortmund studiert hat. Seine Frau und er hatten ihr erstes Kind bekommen und schon bald sammelte sich Bekleidung an, aus der der kleine Sohn herausgewachsen war. Schnell waren Tiofil und seine Frau sich einig, alles in ein großes Paket zu packen und nach Hause zu schicken. Dass die Empfänger die Kleidung dort sehr schätzen würden, war ihnen klar: „Hier in Deutschland haben wir so viel davon, aber die Menschen in Babadjou und  Bandjoun haben wenig oder oft gar nichts.“

Hilfe bei medizinischen Notfällen

Zu dieser Zeit schloss Tiofil Mekontso sich auch mit elf weiteren afrikanischen Statistikstudenten zusammen, um Kindern in ihrem Heimatland zu helfen. Den Start machte eine Aktion zur Fastenzeit. „Unsere Überlegung war, dass wir durch eine kleine Umstellung unserer Essgewohnheiten viel Geld sparen und damit Essen für die Kinder in den Waisenhäusern in Bandjoun kaufen könnten“, erklärt der Targobanker. Die Freunde verzichteten in der Fastenzeit auf das Essen in der Mensa und sammelten das gesparte Geld für den guten Zweck.“ Weitere Aktionen zum Ramadan und an Weihnachten waren auch schnell beschlossene Sache.

Dringend benötigte Einkäufe für das Waisenhaus: Fisch, Reis, Öl und Gewürze sowie Toilettenpapier, Seife und Desinfektionsmittel

Die gemeinsame Studienzeit ist jetzt schon eine ganze Weile her, die Allianz der zwölf Freunde hat aber gehalten: Seit zwei Jahren leisten sie jedes Jahr für mindestens zwei Kinder in Afrika medizinische Hilfe. Erst vor kurzem hatten sie zum Beispiel von einem Jungen erfahren, der schwer an Malaria erkrankt war und dessen Familie sich die Behandlung im Krankenhaus nicht leisten konnte. „Die Behandlung kostete 100 Euro“, sagt Tiofil Mekontso. „Wenn man den Betrag durch 12 teilt, ist das gar nichts – besonders nicht dafür, dass der Junge überlebt hat und heute vollkommen gesund ist.“

Lebensmittel für die Kinder in Babadjou and Bandjoun

Auch Tiofil und seine Frau fühlen sich nach wie vor den Menschen in ihrer gemeinsamen Heimat Kamerun verpflichtet. „Wir fühlen uns sehr wohl in Deutschland, aber Babadjou in Kamerun ist unser Zuhause“, sagt er. Aufgrund dieser tiefen Verwurzelung überlegen Tiofil und seine Frau regelmäßig, welchen Teil ihres monatlichen Haushaltseinkommens sie nicht dringend benötigen. Diesen Betrag legen sie dann zurück, um davon Lebensmittel für die Waisenhäuser in Bandjoun und Babadjou  zu kaufen.

Oft wird Tiofil Mekontso gefragt, ob er nicht eine gemeinnützige Organisation gründen wolle, um Spenden für seine sozialen Aktivitäten zu sammeln. „Das passt eigentlich nicht zu meiner Kultur“, sagt er. „Wenn man jemandem hilft, sollte man nicht zu viel Tamtam darum machen. Trotzdem denke ich immer wieder darüber nach, weil ich so sicher noch mehr bewirken könnte.“

Und in der Zwischenzeit? Tiofil Mekontso lacht: „Manchmal hören Kollegen von meinem Engagement und möchten Geld für die Kinder in meinem Heimatdorf geben. Das nehme ich natürlich gerne an. Aber wenn sie mich fragen ‚Wie können wir helfen?‘, ist meine Antwort: ‚Ihr müsst gar nicht so weit weg denken. Auch hier in Deutschland gibt es viele Kinder, die nicht viel haben.‘ Im Grunde möchte ich ihnen nur den Gedanken mitgeben, dass wir etwas mehr darüber nachdenken sollten, wie viel wir haben und was wir eigentlich tatsächlich brauchen. Dann sehen wir nämlich schnell, wie einfach man etwas im täglichen Leben einsparen kann, um anderen zu helfen, die es nicht so gut haben.“

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