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Grüße aus… Paris

In unserem Format „Grüße aus …“ stellen Ihnen regelmäßig Kolleg*innen ihre Städte vor. Aus ganz persönlicher Perspektive erfahren Sie mehr über Sehenswertes, Lieblingsplätze und Geheimtipps. Heute berichtet uns Oliver Siegemund von seinem Kurztrip nach Paris.

Paris ist die Hauptstadt von Frankreich und mit rund 2,17 Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt der Europäischen Union. Im Großraum Paris leben 12,5 Millionen Menschen. Die Stadt ist nicht nur das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum von Frankreich und größter Verkehrsknotenpunkt, sondern mit Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm, der Kathedrale Notre-Dame oder dem Louvre auch ein überaus beliebtes Reiseziel und eine der meistbesuchten Städte weltweit.

© Adobe Stock / Peter Hermes Furian

Mit 14 Jahren war Oliver Siegemund das letzte Mal in Paris. Vor kurzem hat er die Reise mit seinem jetzt ebenfalls 14-jährigen Sohn wiederholt. „Paris ist ja klein, sind vier Tage nicht ein bisschen viel?“ meinte seine Mutter zu seinen Reiseplänen. Oliver Siegemund lacht: „Bestimmt nicht: Wer annähernd alles sehen will – oder auch nicht alles sehen will, dafür aber ein wenig Flair der Stadt erleben oder gar kulturelle Angebote in sein Programm mit aufnehmen möchte – sollte auf keinen Fall weniger als vier Tage einplanen.“

Oliver Siegemund, Vermögensberater in der Filiale Ravensburg, mit seinem Sohn Silas. Hobbys? Ganz klar: Reisen und fotografieren. Eine Auswahl seiner Fotos veröffentlicht er auf Instagram unter o.m.s76

 

„Schon bei der Vorbereitung schien es mir, als wäre die Liste der Sehenswürdigkeiten unendlich erweiterbar. Mein Sohn hat mir dann fast ein bisschen leidgetan. Er musste mit“, sagt Oliver Siegemund. In unserem heutigen Beitrag berichtet der Targobanker von seinen Highlights und vom Reisen mit einem Teenager:

Tag 1: Nach einer Zwischenübernachtung in Nancy kamen wir früh in Paris an. Dort ist fast überall Tempo 30, was die Pariser aber nur peripher zu tangieren scheint und mich zu einem Bremsklotz des Arrondissements machte. Im Hotel angekommen, gönnten wir uns eine Stunde zur Akklimatisierung und dann ging es als erstes natürlich zum Eiffelturm.

Für die S-Bahn hätten wir Tickets für Zone 1-3 ziehen müssen. Die Planung für den ersten Tag war so angelegt, dass wir jeweils nur eine Fahrt für hin und zurück brauchten (ich wohne ja in Schwaben). Schon half der Zufall… denn die Entwertungsmaschine funktionierte nicht, was mir drei unabhängig voneinander befragte Pariser bestätigten. Auf meine rhetorisch gestellte Frage, was man dann mache, folgte ein „einfach so fahren“ – was ich mit schwäbischer Freude zur Kenntnis nahm und direkt umsetzte. Dumm nur, dass man dann nicht umsteigen kann, was uns anschließend einen längeren Fußmarsch bescherte.

Das erste Ziel auf der Liste: der Eiffelturm.
Liebesbekundungen an einem Zaun vor dem Eifelturm
Weiter zum Arc de Triomphe...
... und zum Invalidendom

Avenue de Forch, Arc de Triomphe, Eiffelturm, Champs de Mars, Invalidendom, Pont Alexandre III, Grand et Petit Palais, Champs-Elysee, Place de la Concorde, Jardin des Tuilieres, Louvre. Die Sehenswürdigkeiten flogen nur so an uns vorbei und das, obwohl wir liefen. Es kam mir vor, als ob ich die ganze Stadt kannte, nur die jeweiligen Verbindungen nicht.

Auf der Pont Alexandre III war Silas das erste Mal von meiner stoischen Ruhe beim Fotografieren genervt. „Nur noch ein Foto“, rief ich ihm zu – was er mit einem genervten Blick, welcher sofort auf sein Handy umschwenkte, quittierte. „Ich habe Hunger“ antwortete er. Natürlich genau der falsche Zeitpunkt, denn bei mir entfaltete sich gerade Inspiration und wir waren mitten auf der Brücke über die Seine. Weit und breit keine überteuerten französischen Restaurants, nicht mal ein günstiges amerikanisches.

„Weiter geht’s, Papa!“ Die Prioritäten bei Vater und Sohn waren nicht immer dieselben. (Silas vor »La Grande Arche» im Quartier La Defense)

„Ich könnte hier eigentlich den halben Tag verbringen!“, entgegnete ich. Dies war der Auftakt zu einem ironisch gemeinten Running-Gag, den ich mir nun jedes Mal von ihm anhören musste, wenn ich wieder etwas fotografierte, das im Auge meines Sohnes nicht einmal des Anhaltens Wert war.

Notre Dame

Nachdem wir Notre Dame gesehen und irgendwo eine Kleinigkeit zum Essen gekauft hatten, ging es noch zum Montmartre. Mit „dort kann man gut essen“ und „es ist gar nicht weit“, hatte ich Silas dazu gebracht, auch diese 1,5 Kilometer noch zu laufen. Nach einer Stärkung beim Mexikaner (El Chingon, 66,rue du Faubourg, Montmartre; lecker und nettes Personal, aber paristypisch nicht billig) mussten wir dann nur noch ein paar hundert Stufen nach oben (man kann mit dem Metroticket auch eine Zahnradbahn nehmen) und schon hatten wir die Sacre Coeur vor uns und Paris zu unseren Füßen. Mittlerweile war es dunkel. Rast auf den Treppen mit Blick auf Paris. Stimmung versucht aufzusaugen.

Sacre Coeur
Montmartre / Bar Le Progrès
Pont Alexandre III
Ein weiteres Must-See: Moulin Rouge

Danach ging es über Pigale und Moulin Rouge zur Metro und zurück ins Hotel. Diesmal konnte ich die beiden Tickets stempeln.

Tag 2: Voller Tatendrang, wenn auch ein wenig müde, geht es wieder Richtung S-Bahn um sich in das Großstadtgewimmel hineinzustürzen und sich zu verlieren. Der Osten steht auf dem Programm. Place de la Republic, der Friedhof Père Lachaise mit den Ruhestätten von Jim Morrison, Edith Piaf und George Orwell.

Das Grab von Jim Morrison auf dem Friedhof Père Lachaise

Ein Tipp an alle, die das auf ihre Liste setzen: gut vorbereiten! Der Friedhof ist riesig und die Gräber oft nicht leicht zu finden. Für mich als Fotograf wäre eine dunklere Stimmung besser gewesen. Sehr beeindruckend. Tausende, teilweise sehr opulente Grabstätten. Die Katakomben haben wir nicht besuchen können. Sie waren nicht geöffnet. Waren auch so genug Tote für diesen Besuch. Place de la Nation, Place de la Bastille. Besuch am Theater Bataclan, wo im November 2015 Terroristen während eines Konzertes 89 Menschen erschossen haben. Weitere vier Orte wurden damals angegriffen. Dort sah man nichts. Keine Blumen, keine Gedenktafel – nichts. Während in Paris an vielen Orten riesige Betonblöcke für Sicherheit sorgen und das Bild verschandeln.

Centre Pompidou

Centre Pompidou, unweit des Rathauses, verstört mit seinen außenliegenden Leitungen. Auf dem Platz davor viele junge Leute, die mit ihrem Skateboard trainieren, sich in ein Buch vertieft haben oder mit einer Weinflasche in der Hand über Gott und die Welt diskutieren… oder in Paris wahrscheinlich – die Liebe. Davon inspiriert beginne ich langsam auch Menschen zu fotografieren. Das könnte ich den halben Tag tun.

Sein Stil hat mich fasziniert: Sänger und Lebenskünstler Prins Christ

Noch vor Sonnenuntergang ging es dann erneut zum Montmartre. Unweit der Basilika Sacre Coeur zeichnen mehr oder minder Begabte die Touristen wahrheitsgetreu oder als Karikatur. Das Viertel kam mir als Kind deutlich größer vor. Noch eine Stunde lang auf der Treppe vor Sacre Coeur der Musik von Slavetree gelauscht, bevor wir dann Richtung Louvre aufbrachen.

Infos zu Slavetree unter @slavetree auf Instagram

Dort noch einige nächtliche Fotos geschossen und kurz mit einigen Australiern unterhalten. Jeweils zur vollen Stunde blinkt der Eiffelturm, konnten wir erfahren. Noch 10 Minuten… also los. Von der Pont de la Concorde unweit des ägyptischen Obelisk haben wir dann dem Spektakel beiwohnen können.

Pyramide des Louvre bei Nacht
Eifelturm von der Seine aus
Auf dem Weg: Faszinierende Stimmung auf dem Place Juliette
Le Congres, ein für Paris typisches Cafè auf dem Weg zum Hotel

Danach ging es noch nach La Defense. Dies ist ein Hochhausviertel mit spannender Architektur, das allerdings fast nur Gewerbe und Bürogebäude beherbergt. Kurz nach ein Uhr kamen wir im Hotel an. Wieder voll mit tausend Eindrücken.

Am 3. Tag ging es zum Schloss Versailles. Auf die Besichtigung der Gebäude verzichteten wir, wollten die Anlage von außen sehen. (Für alle, die das Schloss noch nicht kennen: Die Innenräume sind auch sehenswert. Vor allem der Spiegelsaal.) Für unsere Außenbesichtigung wurden wir aus dem Internet nicht so ganz schlau. Am Ende war die Gartenanlage nicht „gratuit“ und wir zahlten 19 Euro für Brunnen, die noch nicht an waren und einen nach der Winterpause noch nicht wirklich blühenden Garten.

Louis XIV, Reiterstatue vor dem Schloss Versailles
Hier ist immer viel los. Tipp von mir: Unbedingt vorher buchen. Am besten das Kombiticket mit dem Schloss und der Gartenanlage.
Im Frühling muss man sich den Garten nicht unbedingt anschauen, schon gar nicht, wenn man dafür bezahlen soll. Lohnt sich wirklich nicht. Dann lieber mal in Potsdam in den Garten des Schlosses Sanssouci gehen.

Zum Abschluss am 4. Tag musste ich natürlich unbedingt noch mit dem Auto in den Kreisverkehr des Arc de Triomphe. Für alle, die den Stadtverkehr eher meiden: Lassen Sie es lieber oder wenn, dann nur mit Vollkasko.

Wenn man erstmal im Kreisverkehr ist, geht es eigentlich. Das Verlassen des Kreisverkehrs ist das Gefährliche. Ganz rechts wollen Autos im Kreisverkehr bleiben, andere von noch weiter rechts wollen in den Kreisverkehr einfahren und man selbst versucht nun, kreuzender Weise ganz rechts aus dem Kreisverkehr herauszukommen. Die Hupe hilft, aber nicht immer. Also noch eine Runde. Am Ende klappte es… auch ohne Unfall. Wieder ein Haken auf meiner „Bucket List“.

Mein Fazit der Reise? Auch wenn unsere Prioritäten nicht immer dieselben waren, waren das vier tolle Tage, an denen ich Silas Paris zeigen konnte. Die Stadt sieht mich bestimmt wieder – und dieses Mal dauert es sicher nicht 32 Jahre. Für diesen nächsten Besuch habe ich mir vorgenommen, einfach nur Paris zu erleben, die Stadt zu genießen, ohne Stress – die Sehenswürdigkeiten habe ich ja jetzt alle gesehen. Ich freue mich schon darauf!“

Redaktion: Ulli Höbel