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Bereits mit 15 Jahren hatte Silas Vogt den Traum, Ökonom zu werden. In seinem Heimatland Brasilien leichter gesagt als getan: Wirtschaftskrise, Armut und hohe Universitätskosten hindern viele daran, ihre Karrierepläne zu verfolgen. Doch Silas Vogt hatte seine Ziele schon immer fest im Blick. Heute arbeitet der 31-Jährige als Sachbearbeiter im Bereich Transaction Banking der TARGOBANK in Duisburg.

Aufgewachsen in einer Favela bei São Paulo bewarb sich Silas Vogt im Alter von 15 Jahren auf Wunsch seines Vaters um einen Ausbildungsplatz zum Industriemechaniker – während er weiterhin die staatliche Allgemeinschule besuchte. Die Aufnahmeprüfung für die Berufsausbildung hatte es in sich: So bereitete er sich mehr als ein Jahr vor, um sich gegen hunderte Bewerber durchzusetzen. Und schaffte es unter die 20 Besten.

Silas Vogt (l.) in seiner Kindheit nahe São Paulo

Wie andere Jugendliche ging Silas Vogt seinen Interessen nach: Er entdeckte seine Leidenschaft für die Musik und sang in einer Rockband. Doch zwischen dem Besuch der Allgemeinschule bis in den Nachmittag und der anschließenden Ausbildung bis spätabends blieb dafür nicht viel Zeit. „Das war schon hart“, erinnert er sich. „Aber ich wusste: Ich möchte für meine Zukunft kämpfen.“

Drei Sprachen in Eigenregie lernen? Kein Problem!

Mit Schulabschluss und Berufsausbildung in der Tasche – Silas Vogt war 17 Jahre alt – absolvierte er zunächst ein Praktikum in der Buchhaltung eines Maschinenbau-Unternehmens und fand anschließend eine Festanstellung in seiner Heimatstadt São Paulo. Gleichzeitig hielt er jedoch an seinem ursprünglichen Ziel fest: Auch in den kommenden Jahren wurde er nicht müde, sich immer weiterzubilden. „Von einem Teil meines Gehalts kaufte ich mir regelmäßig Fachlektüre. Mit einem weiteren Teil unterstützte ich meine Familie und ein bisschen konnte ich auch sparen“, so der Targobanker.

Und auch sein Erspartes verwendete Silas Vogt, um sein Ziel zu erreichen: Er finanzierte damit ein Sabbatjahr in Irland, um fließend Englisch zu lernen. „In Brasilien sprechen nicht viele Menschen Englisch“, erklärt er. „Mir war es wichtig, diese Sprache zu lernen, um einen Wettbewerbsvorteil zu haben – außerdem machte es wirklich großen Spaß und ich scheine ein Talent für Sprachen zu haben.“ Zurück in Brasilien nutzte er dieses Talent dafür, sich selbst zusätzlich Spanisch und Deutsch beizubringen. „Ich schaute mir viele Youtube-Tutorials an und chattete häufig mit deutschen und spanischen Muttersprachlern. Das funktionierte ganz gut“, schmunzelt er.

10.000 Kilometer – und noch viele Schritte mehr

Nachdem er 2012 seine heutige Frau, eine Deutsche, in Brasilien kennenlernte und schließlich vor vier Jahren mit ihr gemeinsam nach Deutschland ging, begann er ein Fernstudium im Fach European Business Management und bewarb sich auf verschiedene Stellen. „Ich musste feststellen: Als Quereinsteiger ist es in Deutschland gar nicht so einfach, einen Fuß in die Arbeitswelt zu bekommen“, berichtet er. Als er sich auf einen Praktikumsplatz im Bereich Transaction Banking bei der TARGOBANK bewarb, wurde er schließlich eingeladen und startete im Oktober 2019. Ein Glücksfall für beide Seiten: Bei der TARGOBANK fühlt Silas Vogt sich wohl: „Ich wurde hier von Anfang an sehr gut aufgenommen. Die offene Kommunikation mit den Kollegen und Führungskräften weiß ich sehr zu schätzen.“ Und seine Vorgesetzte Silke Boese, Teamleiterin Zahlungsverkehr Team Nachforschung und Belegbearbeitung, ist begeistert von ihrem neuen Mitarbeiter: „Silas ist eine echte Bereicherung für unser Team und den Bereich. Er erledigt seine Aufgaben immer sehr gewissenhaft“, sagt sie. „Mit seiner Zielstrebigkeit hat er uns alle angesteckt.“ Deshalb hat die TARGOBANK ihn schon vor offiziellem Ende seines Praktikums übernommen und zu Januar 2020 fest eingestellt.

Die Heimat Brasilien hat er im Herzen immer dabei

Und was ist sein nächstes Ziel? „Der erfolgreiche Bachelor-Abschluss“, platzt es aus Silas Vogt heraus. „Ich wäre der Erste in unserer ganzen Familie, der einen akademischen Abschluss hätte. Meine Eltern sind wahnsinnig stolz auf mich – und ich auch ein wenig auf mich selbst, dass ich es so weit geschafft habe.“

Weit hat er es tatsächlich geschafft: 10.000 Kilometer sind es ungefähr von São Paulo nach Duisburg. Doch viel mehr als die Wegstrecke zählt Silas Vogts Lebensweg, mit allen Hürden, die er genommen und dabei sein Ziel aus Jugendzeiten nie aus den Augen verloren hat.

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